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Erinnerungen an ein ganzes Jahrhundert

Alphornklänge zum 100. Geburtstag von Klara Abt

Bei den Erzählungen von früher lebt Klara Abt richtig auf. Und sie hat viel zu erzählen aus den letzten 100 Jahren, die sie nun in Oy lebt – auch an den Ortsbrand von 1929 kann sich die Jubilarin noch erinnern. Nun feierte Klara Abt die Vollendung des 100. Lebensjahres zusammen mit Tochter Daniela und Schwiegersohn Norbert Dombrowski. Ganz besonders freute sich die Jubilarin über den Besuch der Enkeltochter mit Gatten und den zwei Urenkeln aus Sizilien. Sie hatten knapp 1.800 km mit dem Auto zurückgelegt, um dieses besondere Jubiläum mit zu feiern. „Freilich weiß ich, wo meine Enkelin verheiratet ist“ verweist Klara Abt auf Besuche zur Südspitze von Italien in früheren Jahren. Sie schwärmt von diesen Besuchen: „Wenn ich noch jung wäre, wäre ich auch in Sizilien…“

„Zu meiner Jugendzeit gab es in Oy neben dem Krämerladen im Erd-Haus noch einen Bäcker, einen Metzger und einzelne Wirtschaften – aber ansonsten haben die Bauernhäuser das Ortsbild dominiert“ erzählt die Jubilarin aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die geistige Frische der Jubilarin wird lebendig, wenn viele alte Namen und Hausnamen in den Erzählungen auftauchen.

Beruflich half Klara Abt mit 16 Jahren bereits im Kindergarten Faistenoy, um anschließend drei Jahre lang in der Gaststätte Hippold in Faistenoy zu arbeiten. Weitere berufliche Stationen waren Cosilana in Oy sowie weitere Arbeitgeber in Durach und Kempten (Fa. Quelle) und St. Mang (Molkereizentrale). Wichtig war dabei immer eine Erreichbarkeit mit dem Zug, da der Autoführerschein in den Jahrzehnten vor und nach dem 2. Weltkrieg nicht selbstverständlich war.

Als Glücksfall im Leben von Klara Abt bezeichnet sie den Umzug 1985 in das neue Haus von Tochter und Schwiegersohn in die Sonnenmulde in Oy. Gleichwohl sie kleinere Mahlzeiten noch selbst zubereitet, freut sie sich doch täglich auf den gemeinsamen Kaffee mit Kuchen. Und zum runden Geburtstag gab es auf Veranlassung eines Nachbarn auch einen musikalischen Glückwunsch - zum ersten Male seit einem ¾ Jahr (Corona-Pause) erklang wieder ein Alphornruf der Oyer Gruppe.

Und wo liegt das Rezept für dieses hohe Alter? „Ich glaube an die Gene aus der vorigen Generation“ erzählt die Jubilarin - ihre Mutter wurde 98 Jahre und ihre Tante 103 Jahre alt.