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Goldene Hochzeit Hiltraut und Johann Fleischer

Die Lebensgeschichte vom Goldenen Hochzeitspaar Hiltraut und Ulrich Fleischer aus Schwarzenberg spiegelt einen kleinen Teil der innerdeutschen Geschichte der letzten Jahrzehnte wider.

Bei der Gratulation von Bürgermeister Theo Haslach zur Goldenen Hochzeit erzählten die Jubilare aus den Erinnerungen.

Beide Familien der Eheleute wurden 1944 aus Ostpreußen vertrieben; für die Familie der Frau ging es nach Regensburg und die Familie des Mannes kam nach Thüringen. Herr Ulrich Fleischer wuchs bei den Eltern und zusammen mit drei Geschwistern auf. Nachdem sein älterer Bruder in den 50er Jahren in den Raum Nürnberg „auswanderte“, fasste auch der Goldene Hochzeiter im Alter von 18 Jahren und damit einige Jahre vor dem Mauerbau den Entschluss, seinem Bruder zu folgen. So fuhr er mit dem Zug von Thüringen über Berlin in den Westteil der Stadt. Nach einem kurzen Lageraufenthalt in Berlin ging es über die Zwischenstationen Bremerförde und Hammelburg weiter in den Raum Nürnberg, wo er seinen Bruder wieder traf.

Familienbesuche in Thüringen waren möglich, aber nur auf schriftliche Einladung und der Beachtung weiterer Regularien. So konnte nach der standesamtlichen Trauung in Regensburg die kirchliche Trauung in Thüringen gefeiert werden, wo weiterhin die Eltern und zwei Geschwister lebten. Und welche Gefühle dominierten am 09. Nov. 1989? Der Hochzeitsjubilar erinnert sich: „Es war ein grenzenloses Glücksempfinden und wir waren jeden Abend am Fernseher, um diese Emotionen aufzusaugen.“

Dem Goldenen Hochzeitspaar wurden zwei Kinder und zwischenzeitlich drei Enkelkinder geschenkt, die alle auch im Allgäu leben. Im Jahre 1982 übernahm der Sozialpädagoge eine Stelle in Jodbad Sulzbrunn und die Ehegattin arbeitete als gelernte Versicherungskauffrau in der Hochgebirgsklinik in Mittelberg. Im Jahre 1996 ergab sich die Möglichkeit, ein Baugrundstück in Schwarzenberg zu erwerben und so wohnen nun die Eheleute Fleischer seit 20 Jahren in der Gemeinde Oy-Mittelberg. Neben dem Hobby der Imkerei (die Enkel fahren deshalb immer zum „Bienen-Opa“) setzen sich die überzeugten evangelischen Christen für verfolgte Christen in aller Welt ein.