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Sanierung des Sühnekreuzes auf der „Kirchleithe“ in Oy

Die Sühnekreuze gehen in ihrem Ursprung auf altgermanische Bräuche zurück. Durch das Aufstellen des Mahnmals sollten die Geister des Erschlagenen durch die Sühne zur Ruhe gebracht und der Wiedergang verhindert werden. Die Kirche gab der Errichtung von Sühnemalen einen christlichen Bezug, der dem ursprünglichen Gedanken entgegen kam und versprach der durch Mord oder Unglück zu Tode gekommenen Person dadurch sein „Seelenheil“.

Das Sühnekreuz auf der Kirchleithe in Oy ist dabei eine Besonderheit. Von über 60 Sühnekreuzen im Ober- und Ostallgäu ist es das einzige mit Namensinschrift. Zur Sage des Kreuzes ist in der Chronik von Pfarrer Alois Wagner (1875 – 1944) ausgeführt:

„Zwei Brüder aus Mittelberg hätten im Gasthaus zu Oy gezecht und sich darnach im Streit so übel zugerichtet, dass der eine tot am Platze blieb. Der Andere hätte sich noch heimgeschleppt und sei zu Hause seinen Wunden erlegen.“

 

Die Inschrift lautet:

1539 Caspar Müller
Georg Müller

Das Sühnekreuz wurde im Jahr 2018 durch die Gemeinde Oy-Mittelberg mit finanzieller Unterstützung der örtlichen Stromversorger (EVOK, EG Mittelberg, EG Rettenberg und AÜW) sowie des Landkreises Oberallgäu saniert. Hierzu noch einmal vielen Dank an die Unterstützer. Eine Infotafel über die Geschichte der Sühnekreuze und der Sage über das Kreuz auf der Kirchleithe runden die gelungene Sanierung ab.

Oy-Mittelberg, den 05.06.2019
gez.

Theo Haslach
Erster Bürgermeister